DSGVO und die Konsequenzen

Datenschutz ist zweifellos wichtig und sollte nicht nur, aber auch im schulischen Umfeld immer ein Thema sein. Allerdings sollte man auch mit den dafür notwendigen Augenmaß agieren. Das heißt nicht, dass ich für die gegenwärtig sehr präsente Thematik kein Verständnis hätte. Aber es kann nicht sein, dass einfache Blogger und Webseiten wie diese hier einen mehr oder minder umfangreichen juristischen Grundkurs zu durchlaufen haben, um dann geltendem Bürokraten-Recht zu entsprechen. Auf Seiten wie der meinen wurden keinerlei Daten erhoben, die über die gängigen Counter-Funktionalitäten hinausgehen. Keinesfalls wurden personenbezogene Daten erhoben, die tatsächlich Namen oder ähnliches umfassen.

Stattdessen sammelt das CMS WordPress aus verschiedenen (und meist auch sehr nachvollziehbaren!) Gründen Daten, die allerdings nichts mit meiner Blogger-Aktivität zu tun haben und in vielen Fällen auch durch den Betreiber nicht zu beeinflussen sind, weil häufig das technische KnowHow fehlt.

Soll das dann dazu führen, dass solche Webangebote offline gehen? Ich hoffe es nicht, denn in meiner Erfahrung sind diese Angebote nicht das Problem und die wahren Datenkraken im Netz. Solche sitzen woanders und haben ihre Angebote dank ganzer Scharen von Juristen längst DSGVOkonform gestaltet… ob sich dort etwas gebessert hat … ich wage es angesichts der jüngsten Skandale zu bezweifeln…

TiddlyWiki–eine erste Einschätzung

Von einem der renommiertesten Experten in Sachen “Digitale Bildung” Beat Doebeli-Honegger kam der Tipp zu TiddlyWiki, einer sehr einfachen Form eines Wikis, das an sich (dazu später mehr) ohne jede Installation und jeden Account/Login zu benutzen ist.

Das Ganze funktioniert auf Datei-Basis, soll heißen: Man lädt eine einzige Datei als Vorlage herunter und bearbeitet diese immer wieder sukzessive. Es ist auch möglich, diese Datei in einem Cloud-Service zu hinterlegen, um sie ortsunabhängig bearbeiten zu können.

Die Bedienung ist für einen Wiki-Nutzer selbsterklärend. Spezielle Funktionen wie den File-“Upload” … habe ich in meiner kurzen Erstbetrachtung nicht getestet.

image

Warum das Ganze so interessant erscheint? Es lässt sich mit Plugins erweitern. Ein ganz besonderes Plugin (http://tiddlymap.org/) stellt eine Mapping-Funktion zur Verfügung, die ich so bislang noch bei keinem Wiki kannte und sehr intuitiv zu bedienen ist.

Um eine Änderung zu speichern, ist es eigentlich notwendig, die (Vorlagen-)Datei immer wieder manuell zu speichern. Dank verschiedener Extensions für Firefox und Chrome lässt sich dies aber vereinfachen.

Insgesamt aber ist dieses Tool ein sehr interessanter Ansatz, der zwar (noch) Schwächen im Handling aufweist und auch noch nicht wirklich mobil zu bedienen ist, aber die Software an sich ist sehr interessant und hat Potential, um in bestimmten UseCases eine echte Einsatzchance zu haben.

Rainloop: Der eigene Webmailer

Man kennt das Problem eventuell: Man hat Emails bei verschiedenen Anbietern oder auf verschiedenen Servern und ist genervt davon, sich jeweils einzeln anmelden zu müssen (wenn man beispielsweise unterwegs ist). Es gibt zwar die Möglichkeit, Weiterleitungen zu konfigurieren oder Sammeldienste einzurichten, aber all diese Optionen haben mit unter gravierende Nachteile.

Inzwischen habe ich das Problem mittels einer freien Software Rainloop gelöst, die keinen v- oder root-Server benötigt, sondern sich auf einer simplen SharedHosting-Umgebung installieren lässt, das dass man Herr über seine Daten bleibt, aber dennoch alle Konten unter einer Web-App abrufen kann. Dass dabei die eigentlichen Emails mit ihren Daten unangetastet bleiben (und ein Gmail-Konto nach wie vor alle Kraken-Nachteile aufweist), ist selbstverständlich.

Alles weitere findet sich auf der Seite der Rainloop.

Dass mitunter bei Einrichtung der Konten beim Anbieter (z.B. bei Google) selbst noch die eine oder andere Nacharbeit notwendig werden könnte, soll nicht unerwähnt bleiben.

Neue CMS-Entwicklungen getestet

Auf der Suche nach neuen Entwicklungen im Bereich CMS habe ich zwei relative neue Projekte getestet: Pagekit und Known.

Beide CMS sind php/MySQL-basiert und machen einen gelungenen, frischen und modernen Eindruck. Das Problem gegenwärtig bei beiden: Sie sind noch in einer relativ frühen Entwicklungsphase und nicht unbedingt stabil

Ich habe mich daher entschlossen, mal wieder eine eigene WordPress-Instanz aufzusetzen und mich in dieser Umgebung wieder auszutoben Winking smile