miroBoard – die Padlet-Alternative? [UPDATE]

Von | 14. Februar 2021

Vorbemerkung

Für viele verschiedenen Szenarien war Padlet für mich das Tool der Wahl im Unterricht. Zugänglich, sehr einfach zu bedienen, leicht integrierbar und vor allem sehr funktional. Das Tool ist nicht umsonst so beliebt und en vogue in der Lehrer-Community

Ich war allerdings auf der Suche nach einem Tool, das noch flexibler ist und noch weniger Einschränkungen aufweist. In verschiedenen Tweets und Postings las ich schon vor über einem Jahr immer wieder von der Software miroBoard, allerdings fehlte mir die Zeit, das Tool zu erproben. In Zeiten des Distanzunterrichts aber war ich aufgrund eines Versuchs (dazu mehr in einem ausführlichen Post später) fast schon drauf angewiesen und habe den Sprung ins mehr oder kalte Wasser gewagt. Meine Erfahrungen schildere ich im folgenden Post in (hoffentlich) geraffter, dennoch substantieller Form…

Was wollte ich?

Ich brauchte eine Plattform, in der ich in einer Übersicht alle Schüler-Produkte übersichtlich und sofort auf den ersten Blick sichtbar zur Verfügung stellen konnte.

Dazu sollte die Plattform noch folgendes können:

  • Nutzbar auf allen Plattformen
  • Endlose Canva
  • Kommentarfunktion
  • Voting-Möglichkeit
  • Anordnungshilfen
  • Keine Anmeldung für SuS
  • Kollaborationsmöglichkeit

Die Lösung: miro

Alle die geforderten Eigenschaften konnte mir das schon häufig genutzte und zurecht bei vielen LehrerInnen hoch im Kurst stehende Padlet bieten, aber nicht in der Form, dass ich vollends zufrieden gewesen wäre. So werden z.B. eingefügte Bilder nicht wie gewünscht skaliert, sondern eingepasst oder aber das Layout entsprechend „verschoben“. Auch eine echte Voting-Funktion bietet Padlet nicht. Durch verschiedene Tipps (aus der Community des #twlz und vor allem der #Druhlin) hatte ich mir das miroBoard „vorgenommen“ und sollte nicht enttäuscht werden. 

Enorm flexibel

Es gibt quasi kein „Wandszenario“, was sich nicht abbilden ließe

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Ob Mindmaps, Diagramm oder Leinwand … und auch extrem ausgefallene Sachen lassen sich per Template umsetzen.

Eine Mischung aus Padlet und draw.io

Das Tool bietet neben Funktionen, wie man sie aus Vektorgrafik-Programmen oder Illustrationstools (wie Visio) kennt, auch einfach Einwand-Funktionalität, wie man sie (in etwas erweiterter Form) auch in Padlet antrifft.  Dazu gibt es noch viele nützliche Features wie einen einblendbare Timer, eine Zoom-Map, einen Präsentationsmodus, einen Chat ….. und und und

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“Sharing is caring”

Die SchülerInnen können mittels Link (leider nicht direkt wie etwas bei Padlet mit QR-Code) am Board „beteiligt“ werden. Die Rechte lassen sich sinnvoll einteilen und das gemeinsame Arbeiten funktioniert hervorragend.

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Export

Der Export bietet alle erdenklichen Optionen, nur als Markdown kann nichts exportiert werden (Sorry @derLinkshaender)

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Kosten

Das Erfreulichste an der Sache ist aber, dass das Angebot für Bildungseinrichtungen tatsächlich kostenlos angeboten wird. Angesichts der Preise, die hier und woanders für derartige Software aufgerufen wird, ist dies tatsächlich eine Ansage…

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Datenschutz

Das Angebot wird in den USA gehostet und unterliegt dementsprechend den dortigen Bestimmungen. Allerdings müssen sich SchülerInnen eben nicht anmelden , um das Angebot zu nutzen und die PrivacyPolicy scheint – mein JuraEnglsich ist bestenfalls vorhanden – akzeptabel zu sein. Die Befürchtung, die alte Internetweisheit „Ist es kostenlos, bis du das Produkt!“ könnte mal wieder zutreffen, sScheint jedenfalls grundlos zu sein.

Nachteile [Update]

Als Schwächen habe ich ausgemacht:

  • Kein QR-Code direkt zu erzeugen
  • Etwas weniger leicht zugänglich wie Padlet
  • Manche Funktionen etwas schlecht dokumentiert (z.B. Cards…)
  • Voting ist in der umgesetzten Form für meine UseCases nicht sinnvoll nutzbar.

Ein wichtiges Update: 

Bislang hatte ich mrioBoard nur im Distanzunterricht eingesetzt, also wenn jeder Nutzer vor einem eigenen „vollwertigen“ Gerät (PC/Notebook/Tablet, NICHT: Smartphone!) saß. 
Beim Einsatz nun, im Präsenzunterricht, als SchülerInnen etwas kollabortaiv mit dem Smartphone ergänzen und ein Übersichtsblatt entwickeln sollten, stellte sich heraus, dass auf einem Smartphone nur das Kommentieren möglich ist (zumindest im Browser, mit installierter App ist mehr möglich, aber dazu muss der Schüler eingeloggt sein!). Das ist ärgerlich und bedeutet im Vergleich zu Padlet einen eklatanten Nachteil!

Fazit

Das Tool hat seine ersten Bewährungsproben jedenfalls bravourös bestanden und schreit förmlich danach, öfter eingesetzt zu werden. Auch das Feedback der SchülerInnen war ausnahmslos positiv.

Update: Die Begeisterung bleibt, wenn man in der Klasse auf größere Geräte als Smartphones zurückgreifen kann. Auf den Handys ist das Ganze im Funktionsumfang extrem eingeschränkt und nur vernünftig aktiv nutzbar, wenn man die App installiert hat und eingeloggt ist. Deshalb in unserem BYOD-Szenario im Klassenzimmer ausdrücklich KEINE Empfehlung! Hier lieber auf Padlet zurückgreifen!

Zum Schluss (mit dem Einverständnis meiner SchülerInnen ein kurzer (noch) nicht verlinkte Blick in das Gesamtkonstrukt …

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2 Gedanken zu „miroBoard – die Padlet-Alternative? [UPDATE]

  1. Thomas Seidel

    Hallo, auch ich suche als Lehrer eine Alternative für Padlet – super, danke für deine ausführliche Beschreibung und Bewertung von Miro. Ich sehe das ähnlich.
    Aber … Datenschutz. Mittlerweile ist es so, das schon das aufrufen/öffnen der Seite im Browser “mitgeschrieben” wird, sag ich mal. In der privacy von miro steht das auch. OHNE registriert zu sein werden Daten erfasst zur IP, Browser, Betreibssystem, Geräte weitere Aktivitäten (Verbundung mit Google?). So ist das auch bei Padlet und daher finde ich das – leider – auch sehr problematisch. Irgendwie …. gehört das bei den Amerikaner einfach dazu heutzutage …
    viele Grüße aus Berlin
    Thomas

  2. mike Beitragsautor

    Vielen Dank für die Rückmeldung! Sehe ich genauso!

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